23. - 25. Juli 1992
Der Programmfolder informierte die kulturbegeisterte Linzer Bevölkerung: „Da sich die Straßenkunst nicht in das Korsett eines genau vorgeplanten Programmablaufes zwängen lässt, werden die Auftrittswünsche am jeweiligen Veranstaltungstag koordiniert.“ Das Herzstück des Festivals ist seit Anbeginn die Programmgestaltung durch die KünstlerInnen selbst: Wann wer wo auftritt, bestimmt nicht die Festivalorganisation, sondern die KünstlerInnengruppen wählen ihre bevorzugten Auftrittsplätze und -zeiten an jedem Festivaltag in der Früh selber aus. 350 KünstlerInnen waren an 20 Orten entlang der Landstraße im Einsatz. Die Band „Kollana“ zauberte mit bolivianischer Musik Urlaubsflair in den sonnigen Nachmittag, der Clown Ninny reizte als pantomimischer Dirigent sein Publikum zum Lachen, das Jugendtrio „die Eferdinger Chefpartie“ röhrte Evergreens, ein Feuerschlucker der Schweizer Gruppe „Payazzo“ schluckte Feuer, Drehorgelklänge begleiteten ein Kasperltheater für die Kleinen. Das Pflasterspektakel ist eines der wenigen Straßenkunstfestivals, das im Falle von ausgesprochenem Schlechtwetter „überdachte Alternativen“ zur Verfügung stellt. In diesem Jahr kamen verschiedene Innenstadtlokale, Geschäftspassagen und Arkaden erstmals als Schlechtwetterersatzorten zum Einsatz. Aber nach verregnetem Beginn freuten sich Publikum, KünstlerInnen und Organisation wieder über eines der erfolgreichsten Pflasterspektakel der Festivalgeschichte.
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