21. - 23. Juli 1994
Heuer traten erstmals über 100 Gruppen mit insgesamt 400 KünstlerInnen aus 20 Ländern beim Linzer Pflasterspektakel auf. Da die fantasievollen Schreibweisen des Wortes „Pflasterspektakel“ der vielen internationalen Anmeldungen im Kulturamt immer wieder Anlass für lautes Lachen boten, kam das Pflasterteam auf die Idee, „Pflasterspektakel“ in Bildern darzustellen. Ein witziger Aufkleber, mit „Pflaster“, „Speck“ und „Dackel“, wirbt für das Sommerereignis in der Innenstadt. Mit 35 Gruppen ist die Sparte „Musik“ in diesem Jahr traditionsgemäß am stärksten vertreten. Aber immer mehr kristallisierte sich als entscheidendes Festivalprofil heraus, die bunte Palette der Straßenkunst in ihrer Gesamtheit und auf höchstem Niveau zu präsentieren, was noch heute eine Besonderheit des Pflasterspektakels im Vergleich zu anderen Festivals ist. Diese vielfältigen Ausdruckformen bedurften oft ganz unterschiedliche Auftrittsbedingungen. Aus diesem Grund setzte das Organisationsteam im Laufe der Festivalentwicklung strukturelle Schritte, die den „Wettstreit“ der KünstlerInnengruppen um die Gunst des Publikums auf der Straße immer entschärften. So regeln seitdem auch Zufallsnummern die Reihenfolge bei der Auswahl der Auftrittszeiten und –plätze. Fairness und solidarisches Miteinander aller Teilnehmenden ließen das Pflasterspektakel zu einem großen künstlerischen Begegnungsfest werden.
Es ist auch Beweis für das gewachsene kulturelle Selbstverständnis der ehemaligen Industriestadt, denn über 200 000 BesucherInnen wären sonst nicht erklärbar, selbst wenn man das sagenhafte Wetterglück berücksichtigt.
|